Multiple Sklerose
Ratgeber Multiple Sklerose
Multiple Sklerose behandeln
Die Therapie der Multiplen Sklerose beruht auf den drei Säulen „Behandlung einzelner neurologischer Defizite“, „Langzeitimmunmodulation“ sowie „akute Schubbehandlung“. Im Rahmen der Letzteren werden dem Patienten Medikamente mit einer Kortison-ähnlichen Wirkung verabreicht. Die Gabe von hoch dosierten Glukokortikoiden soll während eines akuten Schubes die Rückbildung der neurologischen Symptome beschleunigen bzw. einleiten. Glukokortikoide wirken entzündungshemmend auf das ZNS ein und reduzieren die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für die aggressiven T-Zellen. Für gewöhnlich erfolgt die Wirkstoffgabe über eine Infusion, die an drei aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht wird. Sollte diese Therapie auch nach einem wiederholten Versuch keine Erfolge zeigen, kann ggf. eine „Blutwäsche“ (Plasmapherese) in Erwägung gezogen werden.
Langzeittherapie der MS
Ziel der immunmodulierenden Langzeittherapie ist es, die Entzündungsherde im ZNS zu dämpfen, wodurch die Entstehung weiterer neurologischer Defizite unterbunden und bereits vorhandene gebessert werden sollen. Dabei ist der Begriff der Immunmodulation leicht missverständlich, denn nicht nur Immunmodulatoren wie beta-Interferon, Natalizumab oder Intravenöse Immunglobuline (IVIG) kommen bei dieser Therapievariante zum Einsatz, sondern auch Immunsuppressiva wie z. B. Mitoxantron, Cyclophosphamid und Azathioprin.
Wie beta-Interferon wirkt
Beta-Interferon kommt heutzutage bereits im Frühstadium der MS zum Einsatz, wodurch das Auftreten eines zweiten Krankheitsschubs möglichst hinausgezögert werden soll. Als Antagonist zum Gamma-Interferon, das die Entzündungsreaktionen im ZNS unterstützt, bremst es dieses aus und fördert die Entstehung von Botenstoffen, die das Entzündungsgeschehen bei MS hemmen. Ob beta-Interferon jedoch zum Einsatz kommt, hängt nach den Empfehlungen der Multiple Sklerose Konsensus Gruppe (MSTKG), einem Verbund deutscher, österreichischer und schweizerischer Ärzte, davon ab, welche MS-Verlaufsform der Patient aufweist.
Die Behandlung einzelner MS-Symptome
So vielfältig die einzelnen Symptome der MS ausfallen, so vielgestaltig kann sich ihre Behandlung ausnehmen. Gedächtnis- und Konzentrationsdefizite können vergleichsweise leicht mit gezieltem Brain-Training (z. B. Bilder-, Kreuzworträtsel und Sudoku) begegnet werden. Bei Spastiken profitieren Betroffene z. B. von Physiotherapie, die ggf. durch die Gabe von Wirkstoffen wie z. B. Gabapentin und Dantrolen unterstützt werden kann. Bei Speicher- oder Entleerungsstörungen der Blase kann u. a. Blasenfunktionstraining hilfreich sein.
Weitere Informationen zur Behandlung dieser und anderer MS-Symptome können Betroffene und Interessierte bei ihrem behandelnden Arzt und/oder Neurologen erbitten.
msf